Oktober 7

Verständnis bringt Dich weiter

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Unlängst erzählt mir ein Freund, dass er sich für ein Date zum Essen verabredet hat. Der erste Eindruck sei nicht überwältigend gewesen und die Bekanntschaft hat gemeint, ob sie vor dem Essen noch ein bisschen spazieren gehen wollen.

Sie spazierte mit ihm in einige Geschäfte und nötigte ihn dezent für ihn zu bezahlen. Anschließend gingen sie in ein nicht ganz günstiges Lokal und das Gespräch verlief unaufgeregt.

Sobald sie sich verabschiedet hatten rief mich mein Freund über sich selbst verärgert an und erzählte mir die Story. Er war voller Verurteilung sich selbst gegenüber, dass er bei dem Spiel mitgespielt hatte, wo außer Spesen nicht viel zu erwarten war.

Zusätzlich galt sein Ärger der Frau, die ihren Wert beim Date sichtlich von den „Geschenken“ ableitete.

Wir unterhielten uns über die Geschichte und ich lenkte seine Aufmerksamkeit auf die durchs „Mitspielen“ versteckten und erhofften „Wins“:

Die Zuwendung, die Nähe, die sich vielleicht ergeben können und auch die Möglichkeit, für die Bekannte als Gesprächspartner da zu sein.

Im Laufe des Gespräches änderte sich seine Stimmungslage: aus der Verurteilung sich selbst und der Bekanntschaft gegenüber wurde tiefe Betroffenheit.

Er spürte, wie es hinter dem souveränen und sympathischen Typen, der er zweifelsohne ist, auch einen sehr bedürftigen, nach Beziehung dürstenden Seelenanteil gibt, dem es die Spesen allemal wert waren:

In der Hoffnung auf die nicht gänzlich auszuschließende NÄHE!!

Mir geht es hier weniger um den Abend meines Freundes.

Mein Augenmerk gilt dem Wandel seiner Beziehung sich selbst gegenüber im Laufe unseres Gespräches.

Aus der Selbstverurteilung ist tiefes Verständnis und Betroffenheit für sein ureigenstes Thema entstanden.

Ein Zugang zu einem Seelenanteil ist möglich geworden, der sonst völlig unbewusst an prominenter Stelle die Fäden zieht. Eine Bedürftigkeit nach Nähe und Zuwendung, die er sich durch das Bezahlen des Einkaufs für die Bekannte unbewusst erhoffte.

Statt über das eigene Verhalten den Kopf zu schütteln kann er sich jetzt mit Hilfe des neu gewonnenen Zugangs seiner eigenen Bedürftigkeit direkt zuwenden.

Aus dieser unverblümten Nähe sich selbst gegenüber geschieht Wandlung, oder wie es Arnold Beisser sagt:

„Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist.“

Die Begegnung mit Dir selbst, in der Du Deine eigene Bedürftigkeit mit tiefem Verständnis anerkennst, ist ein zentrales Thema in meinen Seminaren.

 

Haola – alles ist (bereits) gut!

 

Michael


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