September 5

Selbstfürsorge üben

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Einladung zum Perspektivenwechsel

„Ich mache täglich Qigong“ sage ich zu einem Freund, er antwortet „Nein, dass schaffe ich überhaupt nicht täglich für mich alleine so etwas wie Qigong zu machen!“

So oder so ähnlich haben sich mehrere Dialoge mit Freunden, Kollegen und Menschen, mit denen ich zusammen arbeite abgespielt. Das ist mit ein Grund warum ich mir über Gestalt meets Qigong und die Seminare „Selbstfürsorge üben“ Gedanken mache.

Ich bin überzeugt, dass es hier einen Perspektivenwechsel braucht und dass es kein Zufall ist, dass üblicherweise von Selbstfürsorge und nicht von Egopflege die Rede ist.

Die Sprache entlarvt hier die Herangehensweise: wir sprechen von „machen“ und „schaffen“ oder „nicht schaffen“, also Begriffe die in die Welt des Tuns gehören, wie wenn ich eine Politur auftrage, einwirken lasse und dann einpoliere um Glanz herzustellen.

Das Ego und seine Prinzipien stehen somit massiv im Weg: Zum Beispiel schon bei der Planung der Zeiten: 10 oder 15 Minuten sind geplant und werden dann auch gemacht, selbst wenn´s grad weh tut oder eine innere Qual bedeutet. Alternativ kann ich nach 3 Minuten feststellen, dass das für jetzt genug ist und ich lasse mich überraschen, wie sich´s am nächsten Tag anfühlt.

Selbstfürsorge Michael Stockert
Selbstfürsorge üben

Das Selbst und somit auch die Selbstfürsorge führen oder gehören in die Welt des Seins, der Begegnung und des Erlebens und genau dazu möchte ich einladen und animieren.

Und hier lauert gleich wieder eine Herausforderung: wenn ich mich beim Qigong auf die Begegnung mit mir selbst einlasse, dann begegnet mir nicht auf Knopfdruck der gechillte Typ, der auf Wolke sieben schwebt und seinen täglichen Kurzurlaub genießt (was sich allerdings durchaus auch so anfühlen kann!).

Nein ich erlebe den, der ich eben gerade bin: voller Gedanken über Dinge, die zu erledigen sind, mit Anspannung und Unruhe im Inneren und vielleicht zeigen sich nach längerem Üben auch seit Jahrzehnten verbannte Gefühle, zu denen ich bisher keinen Zugang hatte.

Ich lasse mich auf eine intime Begegnung mit mir selbst ein: im Sehen, Anerkennen und Zulassen geschieht innere Friedensarbeit.

Das besondere Schmankerl, dass Zhineng Qigong zu bieten hat ist der Qizustand: das ist ein sich sehr einfach einstellender erweiterter Bewusstseinszustand in dem sich die engen Grenzen des Alltagsbewusstseins weiten.

Der Fokus gilt dem Verbunden-Sein, dem das Individuelle Überragende oder dem uns alle tragenden Grund und zwar nicht als Konzept sondern als Erfahrung im Qizustand. Das fühlt sich zum Einen einfach mal gut an und zum Anderen hilft es enorm beim Perspektivenwechseln: ob Schmerz, Enge oder fehlender Halt – diese oder ähnliche belastende Phänomene zeigen sich in einem anderen Licht.

Gong meint den Weg, Qi Gong, den Weg mit Qi: im Fortschreiten in der Selbstfürsorge zeigt sich eine fortwährende Vertiefung der Erfahrungen ein. Der Umgang mit dem schwierig fassbaren Bewusstsein wird gewohnter, wodurch sich eingefleischte Blockaden immer nachhaltiger lösen.

So wandelt sich Selbstfürsorge üben von etwas Mühsamen, das mit müssen und sollen behaftet war zu einer intensiven Art und Weise der Begegnung mit mir Selbst, die ich mir gönne!

Ich habe in diesem Bild einige zentrale Aspekte zusammengeschrieben, wie ich Selbstfürsorge üben verstehe und freue mich diesmal besonders über Kommentare und Rückmeldungen!


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  • lieber michael,

    schön formuliert, auf den punkt gebracht, den „wunden punkt“ (ego-selbst) herausgestellt. jetzt werd icch glleih mal schauen, ob ivh ein video mit anleitung für den qi-grund-zustand finde.

    eine kleinigkeit am rande: im drittletzten absatz – wo du vom qi-weg schreibst, ist ein kl. fehlerteufelchen: zeigt sich oder aber stellt sich ein….

    liebe grüße und danke
    bernhard

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